Regeln für Hijab-Kleidung

Regeln für Hidschāb-Kleidung https://www.flickr.com/photos/zharif/3504796495/

Hidschāb (rechts Tragevariante als Niqab)

Im Koran finden sich keinerlei Regeln, wie ein Kleidungsstück auszusehen hat, das dem Verhüllungsgebot entspricht. Rechtsgelehrte des Islam haben Regeln aufgestellt, welche Körperteile (vgl. ʿAura) der muslimischen Frau in Gegenwart von Nicht-Mahram-Männern bedeckt sein müssen. Dabei wurden Koran und Hadithe herangezogen.

Nach Ansicht des Salafī-Gelehrten Muhammad Nāsir ad-Dīn al-Albānī muss der Hidschāb folgende Anforderungen (šurūṭ) erfüllen:

Er muss den gesamten Körper bis auf Gesicht und Hände bedecken.

Er darf selbst kein Schmuck (zīna) sein.

Er muss blickdicht (ṣafīq) sein und darf nichts durchschimmern lassen.

Er muss wallend (faḍfāḍ) sein und darf nicht eng anliegen.

Er darf nicht parfümiert sein.

Er darf nicht der Kleidung des Mannes ähneln.

Er darf nicht der Kleidung ungläubiger Frauen ähneln.

Es darf keine Kleidung sein, mit der man nach Berühmtheit strebt.

Die Vorschrift, dass die Hidschāb-Kleidung wallend sein müsse, leitete al-Albānī aus einem Hadith ab, demzufolge Mohammed nicht damit einverstanden war, dass die Frau von Usāma ibn Zaid ein ihr geschenktes feines Kleid aus Ägypten ohne festes Untergewand (ġilāla) trug, weil er fürchtete, dass so ihre Konturen (ḥaǧm ʿiẓāmi-hā) sichtbar seien. Usāmas Ehefrau durfte nach diesem Hadith das ägyptische Gewand (al-qibṭīya) nur noch dann tragen, wenn sie das feste Untergewand darunter anhatte.

Bei der Hidschāb-Kleidung gibt es große regionale Unterschiede. In der Türkei ist eine Form der Hidschāb-Kleidung der Çarşaf, in Iran und bei den irakischen Schiiten der Tschador. In arabischen Ländern wird der Dschilbab mit einem Niqab genannten Gesichtsschleier kombiniert. In Pakistan und Afghanistan wird die Burka getragen. Im modernen internationalen Sprachgebrauch wird mit Hidschāb insbesondere ein Kopftuch bezeichnet, das die Haare, den Hals und die Brust der Frau bedeckt.